Ohne AB

STANDARTSICHERHEIT

1. Die Grenzen der Prävention

Es ist durchaus ratsam Lawinenkurse zu besuchen, um zumindest einen Einblick in die Komplexität der Materie »Schnee und Lawinen« zu bekommen. Wir müssen jedoch auch zur Kenntnis nehmen, dass es bis heute keine verlässliche Methode zur Vermeidung von Lawinen gibt und selbst erfahrenste Alpinisten in Lawinen ums Leben kommen.

Experten sind sich einig:

 

»Es gibt keine sichere bzw. vollkommen richtige Einschätzung der Lawinensituation. Wer in dieser Materie Sicherheit verspricht, ist ein Ignorant oder ein Scharlatan«.

Werner Munter / Schweizer Lawinenexperte

»Entschuldigt bitte meine provokativen Worte, wenn ich sage, dass diejenigen, die immer noch auf eine Methode zur Beurteilung der Lawinengefahr warten, die uns in unserem Handeln unfehlbar macht, lieber wieder an das Christkind oder den Osterhasen glauben sollten.«

Peter Geyer / Ausbildungsleiter des Deutschen Bergführerverbandes

 

»Es gibt keine definitive Methode um die Lawinengefahr einzuschätzen.«

Patrick Nairz / Lawinenwarndienst Tirol

 

Die verhandlungsführende Richterin beim "Jamtalprozess" vom 14.11.2000 führte sinngemäß an, dass dieses Verfahren gezeigt habe, dass es trotz höchstem Ausbildungsstand und jahrzehntelanger Erfahrung der betroffenen Bergführer offensichtlich keine Möglichkeit gibt, mit der klassischen Beurteilung die Lawinensituation (Einzelhangbeurteilung)

nur einigermaßen richtig einschätzen zu können.

2. Standard Ausrüstung LVS

Wie oft üben deine Kameraden?

Auch wenn wir das teuerste LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuch-Gerät) besitzen und ständig damit üben würden, können wir dadurch unsere eigene Sicherheit nicht erhöhen. Als Verwender von LVS-Geräten sollte uns bewusst sein, dass im Falle einer Verschüttung unser Schicksal in den Händen unserer Begleiter liegt!

 

Unser Überleben hängt davon ab, wie gut unsere Begleiter mit ihren LVS-Geräten umgehen können! Daher sollte sich jeder Tourengeher die Frage stellen: Könnten mich meine Begleiter im Ernstfall rechtzeitig finden? Auch bei mehreren Verschütteten?

LVS-Übungsfeld:

 

Immer wieder werden LVS-Übungen auf viel zu kleinen Suchfeldern durchgeführt. Dadurch wird das Erstsignal gleich am LVS Gerät empfangen. Derartige Übungen sind unbedingt zu hinterfragen, denn sie vermitteln ein trügerisches Sicherheitsgefühl, welches den Eindruck vermittelt, dass die Ortung eines Verschütteten im Ernstfall einfach wäre. Dass aber im Ernstfall oft die Signale der Nichtverschüttete oder zu Hilfe eilende Personen gesucht werden, welche vergessen ihr LVS Gerät aus oder umzuschalten, ist leider Realität. Dass viele Personen bei einen Autounfall nicht in der Lage sind ihr ständig benutzes Handy richtig zu benutzen ist auch kein Geheimnis. Ohne ausreichender Übung ist ein LVS Gerät gut zur Beruhigung.

Im Ernstfall:

 

Laut Daten des SLF beträgt das durchschnittliche Ausmaß einer Lawinen 60x310m. Nicht verschüttete Kameraden stehen unter Schock. Plötzlich sind Freunde oder Angehörige verschüttet. Viele reagieren panisch und verzweifelt. Die psychische Belastung und der Zeitdruck sind enorm. Derartige Stresssituationen erschweren die Bedienung übungsbedürftiger Geräte noch zusätzlich. Fehler passieren und wertvolle Zeit geht verloren. Bis professionelle Hilfe am Unglücksort eintrifft, ist es meistens schon zu spät.

 

Aus diesem Grund wurde der AVALANCHE BALL entwickelt.